Wieso starteten wir dieses Projekt?
Nachdem ich, Charlotte, in der Olives Primary School als
Freiwillige gearbeitet habe, konnte ich nicht anders,
als dieses Herzensprojekt zu gründen, um die Kinder,
die ich so sehr in mein Herz geschlossen habe, zu
unterstützen. Lies dir gerne meinen
Erfahrungsbericht weiter unten auf dieser Seite durch
und erhalte dadurch einen Einblick in den
Schulalltag und die Atmosphäre in der Schule.
Charlotte
Nachdem ich im Sommer 2022 mein Abitur an einem
Gymnasium in Niedersachsen absolviert habe, habe ich
mich auf mehrere Reisen begeben, um neue Menschen, Kulturen und
Landschaften zu erkunden und somit meinen
Horizont zu erweitern. Eine dieser Reisen führte mich
nach Kenia, wo ich als Freiwillige in der Olives Primary School
arbeitete. Danach verspürte ich den Wunsch, die Schule weiterhin zu unterstützen. Darum leitete ich Olivesfamily e.V. in die Wege.
Nun studiere ich Psychologie und lasse mich nebenbei zu einer
Journalistin ausbilden. Außerdem organisiere und
plane ich die Verteilung der Spenden und bin im stetigen Kontakt mit dem Schulleiter und dem Pastor der Schule.
Jessica
Im Jahr 2022 hat meine Tochter Charlotte sich auf den Weg nach Mombasa gemacht, um drei Monate in einer Schule in den Slums zu arbeiten. Die erste Zeit war schwer für sie, da die Armut, die sie dort vorfand, sehr schwer verdaulich war. Auch ihre eigene Unterbringung war auf einem Niveau, das von unserem europäischen Standart weit entfernt war: Gegessen wurde auf dem Fußboden, mit den Händen, gekocht wurde auf einer Gasflasche, ihr Gepäck schimmelte wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. Weitere Volounteers hatten sich in dem Projekt leider nicht eingefunden und die einzige Frau, die dann doch irgendwann anreiste, brach das Projekt nach zwei Tagen wieder ab, da sie die Zustände nicht aushalten konnte. Meine Tochter war alleine und überfordert. Ich war in Sorge und gab ihr die Option, nach Hause zu kommen. Glückliche Umstände führten dazu, dass Charlotte Menschen kennenlernte, die nicht im Slum wohnten und ihr die Möglichkeit baten, an den Wochenenden Zeit am Meer zu verbringen. Daraus entstand sehr viel Kraft und Entspannung und half ihr, mit großer Entschlossenheit zu bleiben, denn inzwischen hatte sie sich in die Schüler und Schülerinnen verliebt und diese auch in sie. Die Arbeit mit den Kindern erfüllte sie und die Zeit in der Schule und im wunderschönen Kenia berührte mehr und mehr ihr Herz. Eines Tages kam sie auf die Idee, auf einem Markt Bananen für alle Schüler als Geschenk zu kaufen und erlebte einen aufregenden Ausflug, am Ende mit 150 Bananen im Gepäck. Die Verteilung ihres Geschenkes war wohl der überwältigenste Moment der Reise und das nicht gerade im positiven Sinne. Sie wurde quasi überrannt. Das war ein weiterer Moment, der ihr sichtbar machte, wie unfassbar groß die Not in diesen Kinder sein musste. Eine Banane war ein so seltenes Gut, dass die Panik, keine Banane abzubekommen enorm war. Als ich einen kleinen Film darüber sah, den ein Lehrer gefilmt hatte, habe ich geweint und ich wurde wütend. Ich bin es auch immer noch: Wie verrückt ist es, dass Menschen, die in einem Land wohnen, in dem Bananen wachsen, sich diese nicht leisten können, während dieses Obst bei uns sogar manchmal vergammelt, da es für jeden erschwinglich ist. Der Wunsch dieses Ungleichgewicht auszugleichen war geboren und ich konnte gar nicht anders als Charlotte bei ihrem Vorhaben zu unterstützten, den Kindern jede Woche eine Obstmahlzeit zukommen zu lassen. Die Idee für unseren Verein war geboren und die Arbeit ging los. Ich hoffe, dieses oder nächstes Jahr selbst nach Kenia reisen zu können, die Kinder, Lehrer und das Land kennenzulernen, und um vor Ort zu unterstützen. Ich freue mich, meiner Tochter dabei zu helfen, die Olives Primary School zu einem schöneren Ort werden zu lassen. Seit diesem besonderen Tag bekommen die Schüler bereits jede Woche eine Obstmahlzeit von Charlotte geschenkt und ich bewundere ihren Einsatz und ihr Organisationstalent, sodass alles so gut klappt.
Matthias
Gundula
Nach dem ich von Jessica, Charlottes Mutter, von der Auslandsreise nach Mombasa gehört hatte, war ich neugierig, was Charlotte unterwegs erlebt: Wie ist es, sich auf eine andere Kultur einzulassen, den Menschen dort zu helfen? Was würde sie für Erfahrungen machen und wie kann ich mir eine Schule in Mombasa vorstellen?
Ich kenne natürlich die Lebensbedingungen wie zum Beispiel in Mombasa, aber nur durch die verschiedenen Medien. Ich selbst war noch nie in Afrika und kenne auch keinen in meinem Umfeld. Nun erfuhr ich immer mal wieder von Jessica, was Charlotte vor Ort erlebt und sie zeigte mir Fotos, wie es dort in den Slums aussieht, wo Charlotte ihre Hilfe angeboten hatte. Diese schlechten Lebensbedingungen dort in der Olive Primary School zu sehen und gleichzeitig in die lachenden Augen der Kinder zu sehen, hat mich sehr berührt. Nicht dauerhaft frisches Wasser oder Vitamine und Obst zur Verfügung zu haben, was wir hier alle im Überfluss im Zugriff haben, finde ich nach wie vor unfassbar. Charlotte hat nicht lange gezögert und hat es innerhalb kurzer Zeit geschafft, dass die Kinder regelmäßig Bananen und Trinkwasser bekommen. Und durch die ersten Spenden konnte sie den Kindern auch ein Weihnachtsgeschenk zukommen lassen, mit Stiften, Heften, einer Federtasche, Spielsachen und Süßigkeiten. Als Jessica mir erzählt hat, dass Lotti den Verein Olivesfamily e.V. gründet, um auch nach ihrer Rückkehr in Deutschland dort weiter zu unterstützen, wollte ich sofort ein Teil davon sein. Ich hoffe, wir können noch so viel mehr für die Olives Primary School erreichen!
Olivesfamily e.V.
- 1. Vorsitz: Jessica Kirchhof
- 2. Vorsitz: Charlotte Kirchhof
- Kassenwart: Johannes Kirchhof
- Schriftführer: Gundula Jürs
- Lulu Graf
- Matthias Graf
- Bianca Kirchhof
- Jürgen Knoop
Charlotte in der Olives Primary School
Am Donnerstag, den 18. August startete mein Volontariat in der Olive Primary School. Völlig aufgeregt und ohne Ahnung was mich wohl erwarten wird, betrat ich gegen 8 Uhr morgens die Wellblechwände der Grundschule und wurde von heiterem Gesang in der großen Halle der Schule empfangen. Die Kinder sahen mich derweil mit großen Augen an, da sie kaum fassen konnten, dass ein “Mzungo” (weiße Person) in ihrer Schule stand und versucht, im Takt der Swahili-Lieder zu klatschen.
Nachdem ich mich bei allen Lehrerinnen und dem Schulleiter vorgestellt habe, sagte mir der Schulleiter, ich solle erstmal mit Madame Jane bei den Vorschülern bleiben und ihnen beim Schreiben und Rechnen lernen helfen. Mit diesen 25 Vorschülern hatte ich alle Hände voll zu tun und so blieb ich die gesamten acht Wochen bei ihnen und genoss es sehr. Die Kinder waren voller Energie, manchmal vielleicht sogar ein wenig zu viel Energie, denn in der Hektik schlugen und schupsten sie sich gegenseitig. Durchgehend saß mindestens ein Kind auf meinem Schoß, teilweise aber auch drei. Obwohl es in dem Schulgebäude brüllend heiß war und ich durch die vielen Kinder auf meinem Schoß noch mehr ins Schwitzen kam, habe ich mich jedes Mal gefreut, wenn sie auf meinen Schoß kommen wollten. Am berührtesten war ich, wenn welche von ihnen auf meinem Schoß oder in meinem Arm eingeschlafen sind.
Gemeinsam mit Madame Jane verteilte ich während des Unterrichts Buntstifte zum Malen, spitzte die Stifte wieder an, ließ mir Aufgaben einfallen, um den Kids das Schreiben und Rechnen beizubringen und unterstützte sie dabei so gut ich konnte. Natürlich war die Sprachbarriere ein Problem, denn die Kleinen konnten kaum Englisch verstehen und schon gar nicht sprechen, während sich meine Swahili-Künste in Grenzen hielten. Mit der Zeit fanden wir aber Wege, uns zu verständigen und wenn nicht, haben andere Kinder oder die Lehrer beim Übersetzen geholfen.
In den Pausen kamen dann auch die 1. bis 8. Klässler zu uns in die Halle oder nach draußen auf den winzigen Pausenhof, der sich ohne Begrenzung direkt an einer Straße befindet. Mit ihnen spielte ich alle möglichen Spiele. Nachdem ich ihnen aber „Schoko-Schoko-La-La" und Daumendrücken gezeigt habe, wurde das meine Hauptbeschaftigung. Es war einfach nur goldig, wie die Kids sich freuten, wenn sie diese Spielchen mit mir spielen durften und ich freute mich über das Strahlen in ihren Augen.
Gegen 10 Uhr gab es immer Porridge-Pause was für die meisten Kinder die erste Mahlzeit des Tages darstellte. Von 12 Uhr bis 14 Uhr fand dann eine Mittagspause. Bis alle Schüler ihr Mittagessen aus der winzigen Küche abgeholt haben, verging eine ganze Menge Zeit. Meistens bestand das Mittagessen aus Reis und Bohnen oder Ugali und Erbsensuppe, also Mahlzeiten, die günstig sind und schnell satt machen. Trotzdem waren die Kinder danach oft nicht gänzlich gesättigt und vor allem waren sie nach dem Essen sehr durstig. Wenn ich etwas aus meiner eigenen Trinkflasche trank, kamen ganz viele Kinder zu mir, um mir ihre offenen Münder entgegenzustrecken, in die ich dann Wasser laufen lies.
Nach der Mittagspause wurden die Kleinen zum Schlafen gedrängt, die Größeren arbeiteten an ihren Aufgaben. Zu der Zeit besuchte ich immer die einzelnen Klassen und lies mir ihre Geschichten durch, spielte mit ihnen Eckenrechnen oder brachte ihnen ein paar deutsche Worte bei, Dabei wurden meine Haare frisiert oder meine Armbänder und Fußkettchen auseinandergenommen. Mit diesen Kindern konnte ich mich recht gut verständigen, denn die meisten sprachen gutes Englisch. Tatsächlich stellte ich fest, dass das Bildungsniveau an der Schule hoch ist und die Schüler unglaublich fleißig sind. Viele von ihnen haben große Träume und sind sich darüber im Klaren, dass Bildung ihnen dafür die Türen öffnet.
Um 15 Uhr startete die Spielzeit: In dieser Zeit spielten wir, lernten weiter, machten Yoga oder unterhielten uns - je nachdem worauf die Kinder Lust hatten. Am liebsten mochten es die Kinder, wenn ich einen nach dem anderen auf meinem Rücken oder auf meinen Schultern herumtrug, mich schnell im Kreis drehte und durch die Gegend sprang. Sie waren dann wieder am Strahlen und am Lachen, wurden aber leider auch immer aufgedrehter, sodass sie sich gegenseitig wehtaten. Dann musste ich leider aufhören, obwohl auch ich viel Freude dabei empfunden habe.
Gegen 16 Uhr endete mein Arbeitstag und ich wanderte erschöpft aber beseelt und glücklich nach Hause. Die Arbeit an dieser Grundschule mit diesen energiegeladenen, noch völlig unschuldigen und glücklichen Kindern hat mein Herz für Afrika geöffnet und auch mein eigenes inneres Kind nochmal zum Spielen, Lachen und Ausgelassen-Sein gebracht. Ich habe mich in der Schule sehr wohl gefühlt und vermisse die Kinder vom ganzen Herzen. Besonders aber zerreißt es mir noch immer das Herz, dass diese tollen Kinder in solchen Umständen leben und lernen müssen. Darum entschied ich mich, dieses Projekt in die Wege zu leiten, um den Kindern den Schulalltag zumindest ein bisschen zu erleichtern. Auf das die Kinder für immer ihre Lebensfreude behalten und einen wundervollen Weg hinaus aus der Armut finden!